God is working for you :)

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Pater dimitte illis non enim sciunt quid faciunt

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ (Lk 23,34).

Ein Satz den viele schon einmal gehört haben. Es sollen laut Überlieferung eine der letzten Worte Jesu gewesen sein bevor er am Kreuz starb.

Als Kind dachte ich immer Jesus bittet mit diesem Satz Gott um Vergebung für seine Peiniger, da diese nicht daran glauben (wissen), dass sie den Sohn Gottes, den Messias, ermorden und foltern. Doch was ist wenn diese zehn Worte noch mehr bedeuten?

Jesus, selbst Jude, wurde von den jüdischen Hohepriestern angeklagt und von den Römern gekreuzigt. Er hätte vor seiner Verhaftung fliehen können, denn er wusste was auf ihn zukommen wird. Doch er ließ sich verhaften und töten um damit eine Brücke für uns zu Gott zu bauen. Jesus Tod ermöglicht uns Gott um Vergebung zu bitten, durch ihn müssen wir keine Strafen befürchten wenn wir uns fehlerhaft verhalten, denn durch den Glauben allein gelangen wir zu Gott und zur Vergebung. Dafür hat Jesus diese unvorstellbaren Qualen auf sich genommen.

Jesus lebte uns vor, dass wir auch den Menschen vergeben können, die uns Schlechtes antun. Doch wie ist das möglich?

Wenn wir angegriffen werden, verbal, körperlich oder auch seelisch, wenn wir uns also bedroht und gedemütigt fühlen, dann gibt es meist nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir verteidigen uns in Form eines Gegenangriffs oder wir ziehen uns zurück um jeder weiteren Konfrontation und Verletzung aus dem Weg zu gehen. Beide Verhaltensweisen gründen auf dem Instinkt sich schützen zu müssen, denn nur so konnten wir als Kinder überleben. Doch als Erwachsene brauchen wir diese Art von Schutz nicht mehr, jedoch wird uns dies täglich von der Gesellschaft vorgelebt und somit gefördert.

Doch wozu hat uns dieses Prinzip geführt? Wurde die Welt dadurch besser? Gibt es weniger Krieg? Gibt es weniger Leid, weniger Schmerz oder Unterdrückung? Gegenangriff verursacht lediglich noch mehr Leid und zurückziehen führt zu Einsamkeit und Angst.

Wir haben uns zwar weiterentwickelt, haben technologische und wissenschaftliche, in manchen Bereichen auch soziale Fortschritte vollbracht, doch wir begehen alle seit Jahrhunderten immer wieder den selben Fehler, denn wir denken, dass es auf Verletzung nur diese zwei Möglichkeiten zu antworten gibt. Dabei haben wir ein Beispiel wie es anders gehen könnte: Jesus. Wenn Jesus unter qualvollen Schmerzen am Kreuz seinen Peiniger vergeben konnte, wieso können wir das dann in weitaus weniger schlimmen Situationen nicht auch? Vergeben ist die Mitte zwischen Gegenangriff und zurückziehen und vielleicht ist es an der Zeit, diesen Weg auszuprobieren.

Es werden immer wieder Menschen in unser Leben treten die uns Leid zufügen, davor ist niemand gefeit. Doch Jesus wusste was der Mensch ist, woraus er besteht und konnte somit vergeben.

Wenn man Gott mit einem Wort beschreiben müsste wäre dies wohl Liebe. Und wenn wir das Abbild dieses Gottes sind, sind demnach auch wir aus Liebe. Unsere Seelen bestehen aus Liebe. Wir alle sind uns dann im Grunde genommen im tiefsten Innern sehr ähnlich und nur durch Erfahrungen, Erlebnisse und Verletzungen, durch welche wir den Zugang zu uns selbst und somit von der Liebe verloren haben, von einander getrennt.

Da Jesus dies wusste, wusste er auch, dass seine Peiniger eigentlich in ihrem tiefsten Inneren eine Seele aus Liebe besitzen und sie „nur“ im Laufe der Zeit den Kontakt dazu verloren haben. Dieses Wissen ist der Grundstein zur Vergebung.

Vergeben heißt nicht tolerieren! Auch Jesus hat schlechtes Handeln seiner Mitmenschen nicht einfach toleriert. Doch er tat es ihnen nicht gleich und deshalb müssen auch wir das nicht, denn Feuer kann man nicht mit Feuer bekämpfen, sondern nur mit Wasser (Liebe/Vergebnung).

Niemand erwartet von uns, dass wir wie Jesus sind, aber wir können ihn uns als Vorbild nehmen und versuchen ihm im Laufe unseres Lebens ähnlicher zu werden. Wir sind im Laufe der Menschheit in einen Zug eingestiegen der in die falsche Richtung fährt und laufen darin auf und ab und meinen es wäre Veränderung. Doch der einzige Weg zur Veränderung ist das Aussteigen.quote-if-you-board-the-wrong-train-it-is-no-use-running-along-the-corridor-in-the-other-direction-dietrich-bonhoeffer-20905

Pater dimitte illis non enim sciunt quid faciunt