Why?

Die Echtheit wurde zur Lüge, die Klarheit langsam trübe,
wir spielen unsere Rollen und suchen uns eine Bühne.
Ich bin müde, von all dem Hass und Neid der mich umgibt,
eine Seele wird nicht glücklich, solange sie nicht liebt.
Wir hören die Wahrheit, doch suchen nur den persönlichen Applaus,
sind süchtig nach Aufmerksamkeit, doch schenkt man sie uns, dann nutzen wir es aus.
Wir verwechseln moderene Sklaverei mit harterm Fleiß,
vieles läuft falsch und mit der Gesundheit zahlen wir den Preis.

Aber wieso wählt ihr eine Frau die das Lügen perfektioniert hat?
Sie besitzt weder Mut, noch Durchsetzungskraft oder Rückgrat.
Wir alle sind Charlie, aber niemand das Kind in Afrika,
niemand die Frau in Bangladesch oder die alleinerziehende Mutter an der Kasse im Supermarkt.
Nicht unsere Vernuft entscheidet über gut oder böse, sondern Medien,
die uns für ihren Eigennutz falsche Dinge einreden.
Böser Russe dort, böser Muslim hier,
doch wer diesem Denken folgt hat eine Sache nicht kapiert:
Wir sind alle gleich, wenn wir geborden werden,
wir sehnen uns nach Liebe, Geborgenheit und Wärme,
und demjenigen dem wir dies verweigern, schicken wir direkt ins Verderben.
Dies ist die Ursache aller Probleme, nicht Mathe sondern das sollte die Menscheit lernen.
Gemeinsam können wir das Dunkle der Welt in ein Lichtermeer umfärben.
Bis zu meinem letzten Atemzug werde ich für die Menschlichkeit und Liebe werben.
Also, Frau Merkel, ich liebe Sie, doch wegen Ihnen müssen Menschen sterben.

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Why?

Ode an die Musik

Du warst schon da, als ich noch im Bauch meiner Mutter war. Klar, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, aber als wir uns dann Jahre später erneut trafen, kamst du mir direkt bekannt und vertraut vor. Du hast mich beruhigt als kleines Baby und auch heute beruhigst du mich noch, ganz ohne Worte.

Ich mochte dich von der ersten Sekunde an, du warst und bist so anders. Du kannst so echt sein, traust dich Dinge, die ich mich selbst niemals trauen würde. Sprichst Themen an, über die niemand eigentlich reden will, weil wir zu feige sind. Doch du bist mutig.

Du hast mich durch meine ganze Kindheit begleitet, mit dir habe ich das ABC und die Monatsnamen gelernt.

Danach warst du mal laut, mal lustig, aber auch damals schon hin und wieder traurig und sentimental.

Ich glaube, das war der Zeitpunkt, an dem ich mich in dich verliebt habe und diese Liebe hält bis heute an.

Ich war mit dir auf der Bühne bei Weihnachtsfeiern, ich war mit dir auf Geburtstagen und das Schöne ist, jeder kannte dich. Du hast diese unglaubliche Fähigkeit jeden Menschen zu erreichen. Ich beneide dich dafür.

Mit 10 oder 11 gab ich das erste Mal mein eigenes Geld für dich aus. Du warst aggressiv und wütend, aber trotzdem irgendwie ehrlich. Ich habe nicht alle deine Worte verstanden, aber ich wollte so sein wie du. Ich wollte breite Hosen, Mützen und T-Shirts, die bis zu den Knien reichten. Du hast das gesagt, was keiner sagen wollte und das mit Worten, die man eigentlich nicht sagen durfte. Aber genau das gefiel mir. Dir war egal was andere von dir hielten und deshalb warst du mein Vorbild.

Aber das war nur eine Facette von dir und zum Glück hast du so viele.

Wenn ich auf den Bahnhof lief, liefst du mit mir, wenn ich mit der Bahn fuhr, fuhrst du mit mir. Du hast mich nie alleine gelassen, egal wohin ich ging. Früher brauchte ich dafür noch etwas größere Geräte, aber mit der Zeit wurden sie kleiner und so konnte ich dich ohne weitere Probleme in der Hosentasche mitnehmen.

Ich habe Stunden damit verbracht, dir zuzuhören, nicht immer konnte ich dich verstehen, aber das machte nichts. Deine Worte versteht man auch, ohne dass man die Sprache spricht. Man fühlt sie. Man fühlt dich.

Oft fühle ich mich von dir verstanden, obwohl ich dir nur zuhöre und selbst nichts sage. Und das schon immer und auf unterschiedlichste Weise.

Du kannst es schaffen, dass ich in der einen Sekunde fröhlich bin und in der nächsten fast den Tränen nahe.

Niemand hat mir schon so viel Gänsehaut beschert wie du. Wie machst du das nur?

Du kannst leise und laut sein. Das kann ich auch, aber wenn ich laut bin, dann läuft jeder weg, bei dir bleibt man stehen.

Du hast mir die schönsten und traurigsten Geschichten erzählt und dafür brauchst du nicht immer viele Worte. Ich möchte mir kein Leben ohne diese Geschichten mehr vorstellen.

Jeden Abschnitt in meinem Leben hast du geprägt, du warst immer dabei. Bei der ersten Zigarette, beim ersten Kuss, beim ersten Liebeskummer, bei der ersten Party und auch bei der ersten Beerdigung. Durch dich schließen Menschen Freundschaften. Du findest für manche Worte, selbst dann wenn sie nichts mehr sagen können.

Du bist der beste Beifahrer im Auto, mit dir ist keine Fahrt langweilig. Ja manchmal stelle ich mir vor, wie ich eine Reise im Auto nur mit dir mache. Einfach fahren, nur wir zwei.

Ich dachte immer, dass wir uns am besten verstehen, wenn wir alleine sind. Doch dann merkte ich eine weitere beneidenswerte Eigenschaft von dir. In einer Gruppe, egal ob 5 oder 50.000 Menschen, bist du noch besser.

Du schaffst es, bei 50.000 Menschen die gleiche Energie freizusetzen.

Nur du schaffst es, 50.000 Menschen mit leisen Tönen zum Schweigen zu bringen.

Nur du schaffst es in wenigen Sekunden, längst vergessen geglaubte Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zu holen und die damit verbundenen Gefühle. Das ist einzigartig und faszinierend.

Wenn ich dich brauche, muss ich dich nicht anrufen. Es reicht, wenn ich zu dir komme. Du hast immer die richtigen Worte parat, egal in welcher Situation. Du teilst meine Freude, meine Angst, meinen Schmerz, meine Liebe und meine Wut. Bei dir fühle ich mich immer daheim, egal wo.

Trotzdem bleibst du geheimnisvoll, dich zu verstehen oder gar zu entschlüsseln, ist unmöglich. Und das ist auch gut so. Würde es nämlich jemanden gelingen, dann würde dein Zauber verfliegen.

Ja, manchmal bist du auch zu gutmütig und wirst ausgenutzt, von Fanatikern, von Nazis oder von Menschen, die nicht dich, sondern nur das Geld, dass du ihnen einbringst, lieben. Und ja, dann bist du schlecht, dann mag ich dich nicht und hab meine Probleme mit dir.

Du wirst es bestimmt schon gemerkt haben, dass ich in den letzten Jahren nicht jede Entwicklung, die du durchgemacht hast, gut gefunden habe. Du bist oft sehr langweilig und vorhersehbar geworden. Und ich mag es nicht, wenn du Menschen begleitest , die dich aber gar nicht wirklich wahrnehmen. Sie wollen nur, dass du da bist, im Hintergrund. Aber dir zuzuhören, deine Magie und Genialität zu entdecken, ist ihnen fremd.

Und deshalb benutzen sie dich, nicht alle, aber dennoch zu viele, ohne dich wirklich zu kennen.

Doch so ist wohl einfach die heutige Zeit, jeder soll gleich sein, keiner aus dem Muster fallen und so auch du nicht.

Aber dagegen wehre ich mich, denn das passt nicht zu dir! Ich will nicht, dass man dich „gleichmacht“, dafür bist du zu schön in deiner Vielfalt. Du bist es wert, dass man dich richtig kennenlernt und nicht nur oberflächlich. Vieles ist so geworden, aber bitte nicht du. Sei wieder frech, aufmüpfig, kompromisslos. Ecke an, lass dich nicht einengend, sei mutig, sei einfach du selbst.

Versuch nicht der Masse zu gefallen. Nicht du darfst ihr folgen, sondern sie dir. Nur so bist du echt. Dafür darfst du dich auch ändern, Stillstand ist nie gut, aber ich will nicht, dass du inhaltslos bist. Ich will wieder echte Geschichten hören und keine davon wie atemlos und gleichzeitig schwindelfrei du bist.

Du bist am besten, wenn du das Sprachrohr der Emotionen bist, echte Emotionen. Das bist du immer seltener, zumindest für mich. Pass ich nicht mehr in die Zeit oder hast du dich der Zeit einfach angepasst?

Du warst meine erste Liebe und du wirst auch meine letzte sein, versprochen, aber komm wieder zurück.

Ich bedanke mich bei:

Eminem, Queen, Prinz Pi, Foo Fighters, Beatles, Red hot chili peppers, Michael Jackson, Xavier Naidoo, Sido, Janis Joplin, Rise Against, K.I.Z., Fleetwood Mac, Bob Seger, 50 Cent, Elton John, Rolling Stones, Nirvana, Samy Deluxe, 2Pac, Konstantin Wecker, Kool Savas, Abba, Robbie Williams, Herbert Grönemeyer, Snoop Dogg, Sting, Muse, John Miles, uvm.

Ode an die Musik

Angst

Dass du diese Zeilen liest, hat seinen Grund. Du musst ihn nicht verstehen, doch glaube mir, nichts geschieht grundlos.

Nehme eine kurze Auszeit und schau dir dein Leben an. Fang bei dem ersten Ereignis an, an das du dich erinnerst und lass dann deine Gedanken schweifen. Dir sind viele schlimme Dinge passiert, die meisten davon verdrängst du, versuchst sie abzuschütteln, meistens erfolglos. All die Dinge, an die du jetzt gerade denkst, möchten gelöst werden. Sie bestimmen dein Handeln in der Gegenwart, dein Denken, ja dein ganzes Leben. Es sind die Dinge, die dich verletzt haben, vor denen du dich fürchtest, auch wenn du es niemals vor anderen zugeben würdest, nein, du gibst es wahrscheinlich nicht mal dir selbst gegenüber zu. Aber sie sind da und sie sind aus einem besonderen Grund da. Sie werden nicht verschwinden, so sehr du es dir auch manchmal wünscht.

Du kennst bestimmt dieses Gefühl, wenn du alleine bist. Da kommen diese Gedanken hoch und du wirst unruhig, fühlst dich unwohl. Vielleicht greifst du dann zur Flasche, zur Maus, zum Handy, zum Joint, zum Essen, zur Fernbedienung – bekommst Fernweh, postest ein neues Profilbild oder änderst deinen Whatsapp-Status.

Schau zurück. Wie lange tust du das schon? Wie lange folgst du diesem Schema? Du hast dich verändert, bestimmt, wir alle verändern uns ständig, doch hast du dich in die Richtung verändert, in die du gerne gehen möchtest? Wenn du mal alle Gedanken ausschaltest was andere denken könnten und dich dann fragst: „Wie würde ich gerne sein?“ – Wie weit bist du davon gerade entfernt?

Du bist genauso weit entfernt davon wie ich, wie dein Freund oder deine Freundin, deine Eltern, Bekannten, usw. Doch was hält uns auf? Wieso fangen wir nicht damit an unsere Schritte in die richtige Richtung zu gehen, anstatt auf der Stelle zu treten?

Angst.

Wahrscheinlich wirst du das anders sehen, wenn du ein Mann bist wirst du wahrscheinlich lachen. Doch wenn du genau so gerade reagierst, dann ist das das erste Anzeichen dafür, dass du Dinge verdrängst. Du schiebst sie weg. Du lässt es gar nicht zu, einen Gedanken daran zu verschwenden. Nicht weil du dumm bist, nicht weil es dir egal ist, nein, weil du tief in deinem Inneren Angst hast dich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen. Du bist wahrscheinlich schon so weit, dass du nicht einmal mehr die Angst spürst, wenn du an eine frühere Verletzung denkst.
Du kannst ja, nachdem du fertig gelesen hast, dein Smartphone, Laptop oder PC für 30 Minuten ausmachen und nichts tun außer zu beobachten, was du denkst.

Vielleicht ändert das deine Meinung.

Wir Menschen denken immer, dass jeder anders ist als der andere, was auch in bestimmten Bereichen stimmt, doch wir übersehen wie sehr wir uns auch ähneln, wie gleich wir sind.  Wir denken, wir wären mit unseren wirklich tiefgründigen Problemen alleine. Wir denken, dass bei den anderen alles viel besser läuft, dass die anderen keine richtig schlechten Phasen haben und uns somit auch nicht verstehen können. Dadurch fühlen wir uns alleine.

Doch das stimmt nicht. Wir reden nur nicht darüber, weil wir denken, dass man uns dann als schwach ansieht. Ja ich würde sogar sagen, dass wir es nicht tun, weil wir uns dann selbst schwach fühlen würden.

Du bist nicht schwach. Du bist nicht klein. Du bist nicht falsch und anders. Du hast nur Angst und das hat jeder.

Die größte Angst der Angst ist es, dass wir die Furcht vor ihr verlieren.

Lass uns unsere Angst akzeptieren, dann verliert sie ihre Daseinsberechtigung.

Angst

Thema Achtsamkeit von Luisa

Ich habe Luisa gefragt, ob sie nicht mal einen Text über das Thema Achtsamkeit schreiben würde. Zum Glück hat sie zugesagt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Also, danke Luisa und hier ist der Text:

Ich wurde gebeten, einen Gastbeitrag zu schreiben und das Thema Achtsamkeit schien ein spannendes zu sein. Meine erste Reaktion? OMG, super-awesome! Die zweite? OMG, jetzt bin ich nervös! Unruhiges Augenzucken, eine nicht nur gerunzelte, sondern eher gefurchte, Stirn und schwitzige Hände. Ich bin nervös….Nein, nein, das ist größer. Ich habe Angst. Nicht pansich, aber auch nicht nur ein bisschen. Ich habe Angst, weil ich befürchte, diese tolle Möglichkeit voll in den Sand zu setzen. Ich habe Angst, dass der Text nicht zu TelltheTruth passen könnte und sich Enttäuschung breit macht wenn ich das in den Sand setze.

Aufgeregtes Geschwirre in meinem Bauch, ein bisschen Herzklopfen, grenzdebiles Grinsen. Ich freue mich. Ich freue mich sehr, dass ich das machen darf. Ich freue mich, dass ich jetzt erst recht einen Grunde habe, mich mit Achtsamkeit zu beschäftigen. Hatte ich schon länger vor, habe ich aber geschoben und geschoben. Ist das wichtig? Nein. Eigentlich tue ich das jetzt schon die ganze Zeit, nicht wahr? Achtsam sein. Achtsamkeit ist die Entscheidung, die Gedanken nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft umherschwirren zu lassen, sondern ganz im Hier und Jetzt zu sein und nach innen zu horchen, was denn da gerade so los ist. Hier sind Gedanken willkommen, werden aber nicht festgehalten, sondern beobachtet. So lange, bis sie zur Ruhe kommen und ganz am Rande des Bewusstseins dümpeln, wie schlafende Fische.

Wenn ich bewusst achtsam bin, stelle ich mir mein Inneres gerne wie eine Kristallkugel vor. In dieser Kugel sehe ich Bilder aus Gedanken aufleuchten, Ideen, Assoziationen huschen dazwischen wie Glühwürmchen hin und her. Hier und da rollt schwarzer Rauch durchs Bild, wenn ein Angstgedanke da ist, oder ein roter Blitz zuckt, wenn eine Situation aufkommt, die mich wütend macht oder gemacht hat. All diese Gedanken und Gefühle in einzelner Form, würden hektisches Chaos verursachen. Aber in meiner Kristallkugel, da kann ich zusehen und beobachten, ohne direkt beteiligt zu sein. Ich sehe zu, greife aber nicht einen Gedanken auf, um ihn näher zu betrachten. Es ist, als würde ich 360° Rundumsicht haben, alles zur gleichen Zeit. Manchmal löst die Achtsamkeit einen kurzen Moment der Panik aus. Wir sind es gewohnt, unsere Gedanken zu sortieren und zu priorisieren, nicht alle auf einmal wahrzunehmen. Die Emotionen liegen in der Regel eine Schicht unter den Gedanken und lenken sie wie ein Netz aus Weichen. Sie so bloß zu legen und wirklich direkt wahrzunehmen, das kann sich ziemlich überwältigend anfühlen. Doch sobald wir im Jetzt angekommen sind, fühlen wir die Zeitlosigkeit und alles außer dem Moment tritt einen Schritt zurück, denn für diesen Moment ist es unwichtig. Das Gefängnis unserer Gedanken löst sich auf und zurück bleiben nur Ruhe und unendlich viele Möglichkeiten.

Willkommen mitten im Universum. Von Moment zu Moment.

Besucht ihre Seite, die Texte sind sehr lesenswert! 🙂

Thema Achtsamkeit von Luisa

Leere.Stille.

Vor paar Stunden war alles noch perfekt, man war sogar noch unterwegs und hatte Spaß, hat gelacht, gefeiert, sich unterhalten. Und plötzlich ist man alleine und alle Freude ist weg.

Leere. Stille. Das Gefühl das sich im Körper breit macht schmerzt nicht, doch es ist bedrückender. Es scheint noch viel mächtiger und größer zu sein als jeder Schmerz, der Druck auf der Brust ist beklemmend, das Atmen, welches sonst so automatisch abläuft, bekommt plötzlich eine erstaunlich große Aufmerksamkeit von den eigenen Gedanken weil es nicht mehr so leicht fällt.

Es ist beängstigend, ja fast schon bedrohlich dieses Gefühl.

Die Realität konfrontiert einen erbarmungslos mit der eigentlichen Gefühlswelt, in welcher es derzeit keine Freude, keinen Spaß gibt. Es herrscht Leere, Einsamkeit, Sehnsucht und Trauer. Und diese vier Ritter scheinen stärker als eine Armee von Freude und Spaß zu sein.

Man kennt dieses Gefühl, man hat alles dafür getan, dass es verschwindet, dass es nicht mehr wiederkehrt, deshalb die ganzen Partys, deshalb der ganze Spaß. Doch es wartet, es lauert und schlägt dann zu wenn wir nicht fliehen können. Man ist machtlos, ohnmächtig. Man sitzt da und sowohl das Herz als auch die Gedanken rasen. Was habe ich falsch gemacht? Wieso habe ich in dieser einen Situationen nicht anders reagiert? Wieso ist alles so gekommen wie es kam? Hätte ich es ändern können?

Erstmal eine Rauchen, ablenken, Fernseher an, Handy raus.

Doch es ist zu spät, diesmal geht dieses Gefühl nicht so schnell weg. Die Fragen bleiben und wollen beantwortet werden. Man lässt sich darauf ein, versucht Antworten zu finden damit sie endlich verschwinden, doch findet letztendlich keine.

Das Gefühl bleibt. Die Leere bleibt und vertreibt den Glauben, dass alles einen Sinn hat, dass einem irgendwann ein Weg offenbart wird, der einem all die Fragen ausreichend beantwortet.

Und was bleibt dann?

Was bleibt, wenn die Hoffnung, die für einen selbst wie Benzin für ein Auto ist, verschwindet? Diese Hoffnung gab einem Kraft weiterzumachen. Diese Hoffnung war der Grund wieso man den Mut und die Energie hatte neu anzufangen. Aber ohne diese Hoffnung wird alles in sich zusammenfallen. Die Hoffnung war der Lehm der die Mauer zusammenhält, aber wenn sie weg ist, wird der Wind die Mauer zum Einstürzen bringen und das Auto wird stehen bleiben.

Jetzt erkennt man sie endlich, jetzt zeigt die Leere endlich ihr wahres Gesicht. Es ist die Angst diese überlebenswichtige Hoffnung zu verlieren. Es ist die Angst, dass das Leben einfach nur leben ohne Sinn ist.

Man schläft irgendwann ein und am nächsten Morgen fängt man wieder damit an die Hoffnung am Leben zu halten und damit auch sich selbst.

Leere.Stille.

Frieden

„Willst du Äußeren Frieden, musst zu zuerst Inneren Frieden erreichen.“ Was bedeutet dieser Satz?

Oft gehen Dinge schief in unserem Leben oder laufen zumindest nicht genauso ab wie wir uns das erhofft und gewünscht haben. Wenn solch eine Situation eintritt überprüfen wir unsere Handlungen und die der beteiligten Personen. Oft finden wir dann einen Schuldigen und können weitermachen bis eine ähnliche Situation einige Wochen oder Monate später erneut auftritt.

Doch wieso sind immer Handlungen oder Worte der alleinige ausschlaggebende Faktor für einen Misserfolg, für einen Streit oder eine Trennung? Kann es nicht sein, dass die Ursache manchmal noch tiefer verborgen ist und wir mit unseren Überlegungen über die möglichen Ursachen oft nur an der Oberfläche kratzen?

Unser Unterbewusstsein hat eine Kraft die uns wahrscheinlich nicht mal ansatzweise bekannt ist. Es ist der Speicher unserer Erlebnisse, sowohl negativer als auch positiver. Es bestimmt oft unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen. Unsere Wunden, die wir alle irgendwann einmal erlebt haben, sind dort gespeichert und auch unsere Seele erinnert sich an diese Wunden als ob sie erst Gestern geschehen wären. Viele davon sind zwar über die Zeit vernarbt, aber nicht geheilt. Eine Narbe auf der Haut ist ein bleibendes Merkmal für eine Verletzungen. So ist es auch bei der Seele, welche für unser Wohlergehen äußerst wichtig ist.

Unsere seelischen Narben können Verunsicherung, Hass, Wut oder negative Charaktereigenschaften verursachen die wir zuerst selbst und dann auch unsere Mitmenschen an uns ablehnen. Wir stehen dadurch in einem ständigen Konflikt mit uns selbst und kann es dann nicht sein, dass ein innerer Konflikt der nicht gelöst wird sich nach Außen auf unser Umfeld überträgt um dort sichtbar zu werden? Kann dies nicht der Antrieb für unsere Verhaltensweisen sein die zu Streits führen? Wenn dem so ist haben wir es verpasst von klein auf zu erlernen, dass Streit und Wut hilfreich sein können um mit einem Teil in uns Kontakt aufzunehmen von dem wir zwar wissen dass er existiert ihn aber nicht verstehen, da seine Sprache nicht Worte sind. Uns wurde stattdessen beigebracht bei einem Streit einen Schuldigen auszumachen um mit dem Erlebten abzuschließen.

Leider reden wir uns aber häufig ein: „Sobald ich an eine bestimmte Sache nicht mehr denke verschwindet sie auch“. Doch wohin?

Wenn wir z.b. durch eine Trennung verletzt werden und uns den Schmerz nicht eingestehen, sondern ihn „wegschieben“, indem wir uns rund um die Uhr ablenken, dann verschwindet diese Verletzung nicht, sondern sie wandert in unser Unterbewusstsein und wir werden Probleme bei weiteren Beziehungen haben, da wir die Wunde nicht heilen ließen.

Wenn ein Knochen bricht lassen wir ihm Zeit zum heilen, bei einer Schnittverletzung auch, aber bei seelischen Wunden tun wir dies selten. Jeder Knochenbruch oder jede äußere Verletzung schmerzt und wir wünschen uns in diesen Momenten, dass der Schmerz verschwindet. Doch diese Gabe besitzen wir nicht. Wieso glauben wir dann, dass wir bei inneren Wunden diese Gabe besäßen?

Verdrängen und „Wegdenken“ wurde uns beigebracht, doch es sind keine Wunderwerkzeuge die Wunden heilen lassen. Wenn ich mich am Finger verletze und ihn danach direkt wieder so einsetze als ob nichts geschehen wäre hat dies noch größere Schmerzen als Folge.

Also: Wieso sollte das bei seelischen Wunden anders sein? Wir belügen uns nur selbst und werden in Zukunft immer wieder Konflikte erzeugen, ohne uns dessen bewusst zu sein. Wir werden immer wieder mit unseren Eltern, Partnern oder Freunden aneinandergeraten und uns schließlich irgendwann von ihnen trennen oder sie verlassen uns.

Einem äußeren Konflikt liegt in den meisten Fällen ein innerer zu Grunde. Somit birgt jeder äußere Konflikt die Chance in sich, sich selbst besser kennenzulernen und seine Verletzungen aus der Vergangenheit zu heilen. Dies bringt Zufriedenheit.

Meinungsverschiedenheiten gehören zum Leben, doch wenn ich auf mein Leben zurückschaue und erkennen muss, dass ich Partner und Freundeskreise oft wechsle dann ist dies eigentlich ein lauter Hilfeschrei des eigenen Innern. Natürlich wird mir mein Kopf, meine Gedanken, bei jedem Streit einen Schuldigen zuspielen. Natürlich werde ich immer einen „äußeren“ Grund finden. Diese Prozedur habe ich auch jahrelang trainiert und kultiviert. Doch nur weil ich es schon mein ganzes Leben so handhabe, bedeutet nicht, dass dies richtig ist. Solange ich einen inneren Konflikt mit mir herumtrage werde ich immer wieder aus den verschiedensten äußeren Gründen mit meinen Mitmenschen aneinandergeraten und dies wird sich auch nicht ändern, solange wir nicht anfangen an uns selbst zu arbeiten. Doch oft fehlt uns dazu der Mut, da wir uns einerseits Verletzungen eingestehen müssen und andererseits eine alte Praxis ablegen müssen um eine andere neu zu erlernen. Doch dies ist der einzige Weg zur echten Veränderung.

Wir können natürlich immer wieder Menschen verlassen und neue suchen, das ist heute einfacher als jemals zuvor, doch ist das wirkliche Veränderung oder eher vielmehr eine Art Tausch?

Fazit: Wenn ich mich meinen Inneren Konflikten stelle, anfange meine Erlebnisse zu verarbeiten, erzeuge ich Inneren Frieden und daraus resultiert automatisch Äußerer Frieden.

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2. Verzeihen (Klick)

3. Glück (Klick)

 

Frieden

Der Mensch

Woraus bestehen wir? Wie sind wir aufgebaut? Herz, Lunge, Nieren, Darm, Beine, Arme oder ist da noch mehr? Was treibt uns an, wonach streben wir? Fragen über Fragen.

Ich glaube, wir alle bestehen aus einem Körper (Materie), einer Seele und einem Geist.

Den Körper hat die Medizin schon gut erforscht, sie kann sogar bis in unsere Zellen hineinschauen. Doch wenn wir nur daraus bestehen würden, dann könnten wir doch jede Krankheit, sobald wir das richtige Mittel entdecken, heilen. Folglich müsste sich das Leid auf der Welt irgendwann reduzieren. Glaubt man Statistiken, dann ist dies aber nicht der Fall. Was ist zum Beispiel mit chronischen Krankheiten bei denen viele Mediziner oft mehr als ratlos sind? Natürlich kann man argumentieren, dass man die Krankheiten, die man heute nicht heilen kann, noch nicht ausreichend erforscht hat. Wenn dem so ist, dann müsste Krankheit irgendwann auf unserer Erde verschwinden.Was ist, wenn uns nicht nur ein Virus oder Infekt krank macht?

Ich glaube, dass unsere Seele ein großer Teil unseres Seins ist. Ich glaube, dass unsere Seele vollkommen ist wenn wir auf die Welt kommen. Denn als Babys sind wir ja alle erstmal neugierig, aufgeschlossen, wissbegierig, kreativ, fröhlich, offen und ehrlich. Und wenn es keinen äußeren Einflüsse, also Kindergärten, Schulen, Eltern, Sorgen, Ängste, Verwandte, Freunde, etc, gäbe, würde dies auch wahrscheinlich so bleiben. Doch wir werden alle irgendwann mit Dingen konfrontiert die wir in diesem Alter nicht verarbeiten können. Das können z.B. verbale Verletzungen, Zurückweisung, Anfeindungen, Trennungen, seelisch/körperlicher Missbrauch, Liebesentzug, etc. sein. Egal wie behutsam unsere Eltern auch waren, es ist unmöglich ein Kind davor zu beschützen.

Es entstehen bei jedem im Laufe seiner Kindheit Wunden, doch wir sind zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage diese heilen zu lassen. Als Kind können wir nicht verstehen, wieso uns ein Freund oder eine Freundin plötzlich nicht mehr mag. Wir können in diesem Entwicklungszustand keine logische Antwort finden und bekommen so das Gefühl, dass etwas nicht mit uns selbst stimmt. Zu welch großen Verunsicherung führt eine mehrmalige Wiederholung dieser Art von Zurückweisung? Wie groß ist die Verunsicherung, wenn Menschen aus unserem Leben verschwinden die wir als Kinder lieben? Hinzu kommt noch der Schmerz mit dem wir auch nicht umgehen können. Jedes Kind erleidet solche Verletzungen und damit wir ihnen aus dem Weg gehen können flüchten wir uns irgendwann in eine Rolle und entwickeln Schutzmechanismen und Ersatzhandlungen.Welche Schutzmechanismen und Ersatzhandlungen das sind, werde ich in einem anderen Text ausführlicher darstellen.

Es ist aber wichtig zu erkennen, dass wir uns alle aus Angst vor weiteren Verletzungen gezwungenermaßen selbst einschränken müssen und uns dadurch von uns selbst entfernen.

Wir werden älter und gehen ins Erwachsenenalter über ohne uns bewusst zu sein, dass unsere Sehnsüchte und Wunden nicht verschwinden. Gibt es nicht bei jedem Situationen im Leben bei denen er handelt und danach nicht wirklich nachempfinden kann, wieso er auf diese Art und Weise gehandelt hat? Bei einem Streit ist dies am leichtesten zu erkennen. Wir werfen dem anderen Dinge an den Kopf, die wir im Grunde genommen nicht so meinen. Dies ist ein Schutzmechanismus, denn vor oder während des Streites wurden wir mit einer inneren Wunde konfrontiert und wir haben gelernt uns vor dem daraus resultierenden Schmerz mit einem Gegenangriff zu schützen. Oder wir verstummen und ziehen uns zurück. Gegenangriff und Zurückziehen hat die gleiche Ursache, nämlich Schutz. Weder der „Gegenangreifer“ noch der „Zurückzieher“ will dieses Verhaltensmodell beibehalten, doch wir scheinen machtlos dagegen zu sein. Wir nehmen uns vor bei einer ähnlichen Situation das nächste Mal anders zu reagieren, müssen dann jedoch feststellen, dass irgendeine Innere Kraft in diesem Moment das Ruder über unsere Gedanken und Worte übernimmt und wir uns nicht ändern konnten.

Doch genau solche Situationen geben uns die Chance zu erkennen, dass wir Wunden mit uns herumtragen die geheilt werden wollen und müssen. Das erkennen einer Wunde ist immer der erste und wichtigste Schritt zur Heilung. Und wenn unsere Seele schon einen so großen Einfluss auf unsere Handlungen hat, wieso sollte sie dann bei Krankheiten ausgenommen sein?

Wieso sollte sie weniger als Materie für eine Krankheit verantwortlich sein? Ist der Körper, also die Materie, nicht eine Art Leinwand für unsere Seele? Wenn die Farbe, also die Seele, in irgendeiner Weise Defizite aufweist, dann werden diese Defizite auf der Leinwand zu sehen sein.

Natürlich ist dieses Modell bei uns nicht weit verbreitet, denn gegen Krankheiten der Seele kann man kein Mittel verschreiben und demnach lässt sich daran nichts verdienen. Die Gabe, die Seele zu heilen, besitzen wir alle und benötigen dafür keinen Arzt oder Medizin.

Der Mensch